BKA legt Kriminalstatistik 2024 vor: Rückgang bei Straftaten – Gewalt auf Höchststand
Nach der Veröffentlichung der bayerischen Kriminalstatistik für das Jahr 2024 im März hat nun auch das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für die Bundesrepublik Deutschland vorgestellt. Die PKS erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen rechtswidrigen Straftaten, einschließlich strafbarer Versuche, sowie Angaben zu Tatverdächtigen, Opfern und weiteren Fallmerkmalen.
Nicht erfasst werden hingegen unter anderem Staatsschutzdelikte, Verkehrsverstöße, Ordnungswidrigkeiten sowie Fälle, die außerhalb des Aufgabenbereichs der Polizei liegen — etwa Steuer- oder Finanzdelikte. Wichtig zu wissen: Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, in die PKS fließen ausschließlich die Zahlen der „endbearbeiteten“ Straftaten ein. Erst wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen und die Akten an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben worden sind, werden die Fälle in der Statistik erfasst. Die PKS wird vom Bundeskriminalamt auf Grundlage der Daten aller 16 Bundesländer erstellt. Seit 2014 wird das Jahrbuch nicht mehr als Druckversion veröffentlicht, sondern ausschließlich online bereitgestellt — inklusive Zeitreihen, Tabellen und ergänzender Statistiken, die seit 2013 kontinuierlich ausgebaut werden.
Zusammenfassung
Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 5,83 Millionen Straftaten registriert — ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für diesen Rückgang ist die Teillegalisierung von Cannabis, durch die viele Delikte aus der Statistik herausgefallen sind. Ohne diesen Effekt wäre die Kriminalität auf hohem Niveau nahezu konstant geblieben. Auffällig ist jedoch der erneute Anstieg der Gewaltkriminalität: Die Polizei verzeichnete rund 217.000 Fälle — das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2007. Besonders betroffen ist der Bereich der Sexualdelikte, der um 9,3 Prozent zulegte. Auch die Zahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher ist gestiegen — bei Kindern um 11,3 Prozent, bei Jugendlichen um 3,8 Prozent. Experten führen diesen Trend unter anderem auf psychische Belastungen, familiäre Konflikte, gesellschaftlichen Druck und mangelnde Teilhabe zurück.
Neu in der Statistik sind Daten zu Messerangriffen: 2024 wurden über 29.000 Straftaten erfasst, bei denen ein Messer eingesetzt wurde — mehr als die Hälfte davon im Bereich der Gewaltkriminalität. Erstmals enthält die PKS zudem Zahlen zu Straftaten, die aus dem Ausland heraus begangen wurden, bei denen der Schaden jedoch in Deutschland entsteht — etwa durch Cyberangriffe oder Betrugsmaschen wie den sogenannten „Enkeltrick“.
Trotz des leichten Rückgangs bei den Gesamtzahlen zeigt die PKS 2024 deutlich: Gewaltkriminalität, sexualisierte Übergriffe und Betrugsdelikte bleiben drängende gesellschaftliche Probleme, während sich gesetzliche Änderungen — wie im Fall von Cannabis — unmittelbar auf die Statistik auswirken.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 können Sie direkt beim Bundeskriminalamt abrufen und einsehen:
PKS 2024
Eine umfangreiche Zusammenfassung mit vielen anschaulichen Grafiken zur Polizeilichen Kriminalstatistik finden Sie auf den Seiten des Bundeskriminalamtes:
PKS – Bedeutung, Inhalt, Aussagekraft
Polizeiliche Kriminalstatistik 2024: Polizei registriert über 5,83 Millionen Straftaten im Jahr 2024
Die Polizeilichen Kriminalstatistiken der Vorjahre finden Sie direkt hier:
PKS 2024 – 2023 – 2022 – usw.
Weitere spannende Beiträge finden Sie direkt hier:
Polizeiliche Kriminalstatistik für Bayern 2024: Statistik und Realität im Freistaat
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Nicht erfasst werden hingegen unter anderem Staatsschutzdelikte, Verkehrsverstöße, Ordnungswidrigkeiten sowie Fälle, die außerhalb des Aufgabenbereichs der Polizei liegen — etwa Steuer- oder Finanzdelikte. Wichtig zu wissen: Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, in die PKS fließen ausschließlich die Zahlen der „endbearbeiteten“ Straftaten ein. Erst wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen und die Akten an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben worden sind, werden die Fälle in der Statistik erfasst. Die PKS wird vom Bundeskriminalamt auf Grundlage der Daten aller 16 Bundesländer erstellt. Seit 2014 wird das Jahrbuch nicht mehr als Druckversion veröffentlicht, sondern ausschließlich online bereitgestellt — inklusive Zeitreihen, Tabellen und ergänzender Statistiken, die seit 2013 kontinuierlich ausgebaut werden.
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Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 5,83 Millionen Straftaten registriert — ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für diesen Rückgang ist die Teillegalisierung von Cannabis, durch die viele Delikte aus der Statistik herausgefallen sind. Ohne diesen Effekt wäre die Kriminalität auf hohem Niveau nahezu konstant geblieben. Auffällig ist jedoch der erneute Anstieg der Gewaltkriminalität: Die Polizei verzeichnete rund 217.000 Fälle — das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2007. Besonders betroffen ist der Bereich der Sexualdelikte, der um 9,3 Prozent zulegte. Auch die Zahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher ist gestiegen — bei Kindern um 11,3 Prozent, bei Jugendlichen um 3,8 Prozent. Experten führen diesen Trend unter anderem auf psychische Belastungen, familiäre Konflikte, gesellschaftlichen Druck und mangelnde Teilhabe zurück.
Neu in der Statistik sind Daten zu Messerangriffen: 2024 wurden über 29.000 Straftaten erfasst, bei denen ein Messer eingesetzt wurde — mehr als die Hälfte davon im Bereich der Gewaltkriminalität. Erstmals enthält die PKS zudem Zahlen zu Straftaten, die aus dem Ausland heraus begangen wurden, bei denen der Schaden jedoch in Deutschland entsteht — etwa durch Cyberangriffe oder Betrugsmaschen wie den sogenannten „Enkeltrick“.
Trotz des leichten Rückgangs bei den Gesamtzahlen zeigt die PKS 2024 deutlich: Gewaltkriminalität, sexualisierte Übergriffe und Betrugsdelikte bleiben drängende gesellschaftliche Probleme, während sich gesetzliche Änderungen — wie im Fall von Cannabis — unmittelbar auf die Statistik auswirken.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 können Sie direkt beim Bundeskriminalamt abrufen und einsehen:
PKS 2024
Eine umfangreiche Zusammenfassung mit vielen anschaulichen Grafiken zur Polizeilichen Kriminalstatistik finden Sie auf den Seiten des Bundeskriminalamtes:
PKS – Bedeutung, Inhalt, Aussagekraft
Polizeiliche Kriminalstatistik 2024: Polizei registriert über 5,83 Millionen Straftaten im Jahr 2024
Die Polizeilichen Kriminalstatistiken der Vorjahre finden Sie direkt hier:
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