Deutschland als Erbgesellschaft – Vermögen, Erbfälle und Bedeutung der Nachlassplanung in der BRD

Erschienen am: 2. Juni 2026

Deutschland gilt zunehmend als eine Gesellschaft mit hoher Vermögensübertragung, denn jedes Jahr werden innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erhebliche Vermögenswerte an die nächste Generation weitergegeben. Bei einer Bevölkerung von rund 83,5 Millionen Menschen sterben jährlich etwa eine Million Menschen. Damit entstehen im gleichen Zeitraum auch etwa eine Million Erbfälle.
Aufgrund dessen und vor allem wegen des Umfangs der vererbten Summen und Werte sind Erbschaften eng mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realität in Deutschland verflochten und wirken sich nicht zuletzt auch auf viele Bereiche des alltäglichen Lebens aus.

Vererbt: Jedes Jahr werden mehrere hundert Milliarden Euro an Vermögen übertragen
Neben der Anzahl der Erbfälle ist vor allem die wirtschaftliche Dimension von Bedeutung. In Deutschland wird jährlich ein erhebliches Gesamtvermögen vererbt oder verschenkt. Schätzungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen gehen dabei von etwa 300 bis 400 Milliarden Euro pro Jahr aus. (Um die Größenordnung auch visuell zu verdeutlichen: Ausgeschrieben sind das 300.000.000.000 bis 400.000.000.000 Euro jährlich.)
Diese geschätzte Gesamtsumme von circa 300 bis 400 Milliarden Euro pro Jahr umfasst dabei sämtliche Vermögensarten. Dazu zählen Immobilien, Bankguthaben, Unternehmensbeteiligungen, Wertpapiere sowie Sachwerte wie Fahrzeuge oder Grundstücke. Besonders Immobilien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie einen erheblichen Anteil des Vermögens in Deutschland ausmachen.

Die durchschnittliche Erbmasse, große Unterschiede in der Praxis
Rein rechnerisch ergibt sich aus dem jährlichen Gesamtvolumen und der Anzahl der Erbfälle ein durchschnittlicher Wert von mehreren hunderttausend Euro pro Erbfall. In der Praxis ist die Verteilung jedoch sehr ungleich.
Ein kleiner Teil der Erbfälle umfasst sehr hohe Vermögen, während viele Nachlässe deutlich geringere Werte aufweisen oder sich sogar hauptsächlich aus alltäglichen Vermögensgegenständen zusammensetzen. Diese starke Spreizung führt dazu, dass Durchschnittswerte das tatsächliche Bild nur eingeschränkt widerspiegeln.

Bedeutung von Testament und Nachlassregelung
Da jährlich sehr viele und wirtschaftlich bedeutende Erbfälle entstehen, gewinnt die individuelle Nachlassplanung zunehmend an Bedeutung. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, die nicht immer den persönlichen oder familiären Vorstellungen entspricht.

Testament als Ausdruck des letzten eigenen Willens
Ein Testament ermöglicht es, den eigenen Willen klar festzuhalten und zu bestimmen, wie Vermögen verteilt werden soll. Ein Testament ist der rechtliche Ausdruck des letzten Willens. Darin legt man zu Lebzeiten fest, wie Vermögen nach dem Tod verteilt werden soll. Es ermöglicht eine individuelle Gestaltung der Erbfolge und kann von der gesetzlichen Erbfolge merklich abweichen.
Durch ein Testament kann der Erblasser insbesondere bestimmen, wer Erbe wird, wer bestimmte Vermögensgegenstände erhalten soll oder auch, wer bewusst von der Erbfolge ausgeschlossen wird, soweit dies rechtlich zulässig ist. Damit dient es dazu, den eigenen Willen verbindlich festzuhalten und für Klarheit nach dem Tod zu sorgen.

Deutschland zwischen Eigentum, Vermögen und Vermögensweitergabe
Die Kombination aus einer stabilen Bevölkerungszahl, hoher Vermögensbildung und einer alternden Gesellschaft führt dazu, dass Deutschland zunehmend als Erbgesellschaft beschrieben wird. Jährlich werden nicht nur sehr viele Erbfälle abgewickelt, sondern auch enorme Vermögenswerte übertragen.
Damit wird deutlich, dass das Thema Erben und Vererben nicht nur eine rechtliche Frage ist, sondern auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Dimension hat, die viele Menschen unmittelbar betrifft.

Wer sich frühzeitig mit dem Erben und Vererben beschäftigt, sorgt nicht nur für Klarheit im eigenen Willen, sondern verhindert auch spätere Unsicherheiten und Konflikte in der Familie.

Mehr zum Thema:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 2247 Eigenhändiges Testament

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 1922 Gesamtrechtsnachfolge

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Deutschland gilt zunehmend als eine Gesellschaft mit hoher Vermögensübertragung, denn jedes Jahr werden innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erhebliche Vermögenswerte an die nächste Generation weitergegeben. Bei einer Bevölkerung von rund 83,5 Millionen Menschen sterben jährlich etwa eine Million Menschen. Damit entstehen im gleichen Zeitraum auch etwa eine Million Erbfälle.
Aufgrund dessen und vor allem wegen des Umfangs der vererbten Summen und Werte sind Erbschaften eng mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realität in Deutschland verflochten und wirken sich nicht zuletzt auch auf viele Bereiche des alltäglichen Lebens aus.

Vererbt: Jedes Jahr werden mehrere hundert Milliarden Euro an Vermögen übertragen
Neben der Anzahl der Erbfälle ist vor allem die wirtschaftliche Dimension von Bedeutung. In Deutschland wird jährlich ein erhebliches Gesamtvermögen vererbt oder verschenkt. Schätzungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen gehen dabei von etwa 300 bis 400 Milliarden Euro pro Jahr aus. (Um die Größenordnung auch visuell zu verdeutlichen: Ausgeschrieben sind das 300.000.000.000 bis 400.000.000.000 Euro jährlich.)
Diese geschätzte Gesamtsumme von circa 300 bis 400 Milliarden Euro pro Jahr umfasst dabei sämtliche Vermögensarten. Dazu zählen Immobilien, Bankguthaben, Unternehmensbeteiligungen, Wertpapiere sowie Sachwerte wie Fahrzeuge oder Grundstücke. Besonders Immobilien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie einen erheblichen Anteil des Vermögens in Deutschland ausmachen.

Die durchschnittliche Erbmasse, große Unterschiede in der Praxis
Rein rechnerisch ergibt sich aus dem jährlichen Gesamtvolumen und der Anzahl der Erbfälle ein durchschnittlicher Wert von mehreren hunderttausend Euro pro Erbfall. In der Praxis ist die Verteilung jedoch sehr ungleich.
Ein kleiner Teil der Erbfälle umfasst sehr hohe Vermögen, während viele Nachlässe deutlich geringere Werte aufweisen oder sich sogar hauptsächlich aus alltäglichen Vermögensgegenständen zusammensetzen. Diese starke Spreizung führt dazu, dass Durchschnittswerte das tatsächliche Bild nur eingeschränkt widerspiegeln.

Bedeutung von Testament und Nachlassregelung
Da jährlich sehr viele und wirtschaftlich bedeutende Erbfälle entstehen, gewinnt die individuelle Nachlassplanung zunehmend an Bedeutung. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, die nicht immer den persönlichen oder familiären Vorstellungen entspricht.

Testament als Ausdruck des letzten eigenen Willens
Ein Testament ermöglicht es, den eigenen Willen klar festzuhalten und zu bestimmen, wie Vermögen verteilt werden soll. Ein Testament ist der rechtliche Ausdruck des letzten Willens. Darin legt man zu Lebzeiten fest, wie Vermögen nach dem Tod verteilt werden soll. Es ermöglicht eine individuelle Gestaltung der Erbfolge und kann von der gesetzlichen Erbfolge merklich abweichen.
Durch ein Testament kann der Erblasser insbesondere bestimmen, wer Erbe wird, wer bestimmte Vermögensgegenstände erhalten soll oder auch, wer bewusst von der Erbfolge ausgeschlossen wird, soweit dies rechtlich zulässig ist. Damit dient es dazu, den eigenen Willen verbindlich festzuhalten und für Klarheit nach dem Tod zu sorgen.

Deutschland zwischen Eigentum, Vermögen und Vermögensweitergabe
Die Kombination aus einer stabilen Bevölkerungszahl, hoher Vermögensbildung und einer alternden Gesellschaft führt dazu, dass Deutschland zunehmend als Erbgesellschaft beschrieben wird. Jährlich werden nicht nur sehr viele Erbfälle abgewickelt, sondern auch enorme Vermögenswerte übertragen.
Damit wird deutlich, dass das Thema Erben und Vererben nicht nur eine rechtliche Frage ist, sondern auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Dimension hat, die viele Menschen unmittelbar betrifft.

Wer sich frühzeitig mit dem Erben und Vererben beschäftigt, sorgt nicht nur für Klarheit im eigenen Willen, sondern verhindert auch spätere Unsicherheiten und Konflikte in der Familie.

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