Einbrüche in Deutschland: Zahlen, Fakten und mögliche Schutzmaßnahmen
Einbrüche finden doch nur nachts statt! Ein weit verbreiteter Irrtum. Denn diese Annahme stimmt nicht mit den bundesweiten Zahlen zu Wohnungseinbrüchen und entsprechend einhergehender Einbruchsversuche überein. Zwar kann Dunkelheit durchaus für Einbrecher einen entscheidenden Vorteil bieten, nämlich dass man sich leichter unbemerkt bewegen kann um unauffällig in Häuser und Wohnungen einzudringen. Doch, dass Einbrecher nur nachts zuschlagen ist keineswegs immer die Regel. Denn die jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) belegt, dass Wohnungseinbrüche keineswegs nur nachts stattfinden. Rund ein Drittel der registrierten Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche entfällt laut dieser Statistik auf die Tagesstunden.
Ein möglicher Grund hierfür wird darin liegen, dass während der üblichen Arbeits- und Schulzeiten viele Menschen schlichtweg nicht zu Hause sind. So nutzen Täter dann diese Abwesenheit aus, um ungestört in Wohnungen und Häuser einzudringen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Angabe, wonach nahezu ein Drittel der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche tagsüber stattfindet, ausschließlich auf die polizeilich erfassten Fälle bezieht. Die tatsächliche Zahl dürfte daher höher liegen, da nicht jeder Einbruch in die Statistik einfließt und insbesondere nicht jeder gescheiterte Einbruchsversuch der Polizei gemeldet wird. Ein Teil der Vorfälle bleibt somit unberücksichtigt.
Was kann man tun, um Einbrüchen vorzubeugen?
Ein wichtiger Schritt ist, mit persönlichen Informationen in sozialen Medien sehr bewusst umzugehen. Es empfiehlt sich, den eigenen Aufenthaltsort und längere Abwesenheiten nicht öffentlich für jedermann sichtbar zu machen. Wer beispielsweise Urlaubsbilder bereits während der Reise veröffentlicht oder seinen aktuellen Aufenthaltsort regelmäßig teilt, gibt unter Umständen auch Hinweise darauf, dass das eigene Zuhause gerade unbewohnt ist. Und, dass Einbrecher soziale Netzwerke nutzen, um solche Informationen zu sammeln, ist kein bloßes Gerücht. Ihre öffentlich zugänglichen Beiträge können Hinweise auf Urlaubsreisen, regelmäßige Abwesenheiten oder andere Gegebenheiten liefern, die für Täter interessant sein könnten. Deshalb ist es sinnvoll, die Privatsphäre-Einstellungen der eigenen Profile zu überprüfen und beispielsweise Urlaubsfotos möglichst erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen.
Wer sein Zuhause wirksam schützen möchte, sollte sich auch nicht allein auf die Sicherung in den Abend- und Nachtstunden konzentrieren. Ein wirksamer Einbruchschutz ist zu jeder Tageszeit wichtig und beginnt bereits mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen im Alltag.
Einbruchsversuche scheitern häufig
Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) lautet, dass nicht jeder Einbruchsversuch tatsächlich zu einem vollendeten Wohnungseinbruch führt. Im Jahr 2025 blieb ein erheblicher Anteil der polizeilich registrierten Fälle im Versuchsstadium. Demnach scheiterte nahezu jeder zweite registrierte Wohnungseinbruch, bevor Täter ihr Vorhaben vollenden konnten. Einbruchhemmende Sicherheitstechnik und aufmerksame Nachbarn können dazu beitragen, Einbrüche zu verhindern. Allerdings lässt sich aus der Statistik allein nicht ableiten, aus welchen Gründen die einzelnen Taten scheiterten. Auch gestörte Täter, die ein erhöhtes Entdeckungsrisiko wahrnehmen, können ihren Versuch abbrechen. Dabei ist zu beachten, dass sich die genannten Zahlen ausschließlich auf die polizeilich erfassten Fälle beziehen. Nicht jeder Einbruch und nicht jeder gescheiterte Versuch wird der Polizei bekannt oder fließt auch in die Statistik ein. Die PKS bildet daher das registrierte Kriminalitätsgeschehen ab, nicht zwangsläufig das tatsächliche Ausmaß aller Einbruchsversuche.
Ein wirksamer Einbruchschutz setzt hierbei an mehreren Stellen an
Ein wirksamer Einbruchschutz soll den Zugang zu Haus und Wohnung erschweren, den Zeitaufwand für einen Einbruch erhöhen und das Risiko für Täter steigern, entdeckt zu werden. Je schwieriger und zeitaufwendiger das Eindringen ist, desto eher können Täter ihren Einbruchsversuch abbrechen. Entscheidend ist deshalb, Haus und Wohnung zu jeder Tages- und Nachtzeit angemessen zu sichern.
Die bundesweiten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zum Wohnungseinbruchdiebstahl zeigen in den vergangenen Jahren einen deutlichen Trend. Die erfassten Fallzahlen umfassen sowohl vollendete Wohnungseinbrüche als auch Einbruchsversuche. Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen werden gesondert erfasst und sind in den nachfolgenden Zahlen nicht enthalten.
Erfasste Wohnungseinbrüche in Deutschland, Zahlen 2022 bis 2025
Bitte beachten Sie, dass sich die genannten Zahlen ausschließlich auf Wohnungseinbrüche und deren Versuche beziehen. Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen sowie aus Waschküchen werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik gesondert erfasst und sind in diesen Angaben nicht enthalten.
Jahr – Anzahl registrierter Fälle / Veränderung zum Vorjahr
2022 – 65.908 registrierte Fälle / (Vorjahr: coronabedingt niedrige Zahlen)
2023 – 77.819 registrierte Fälle / +18,1 %
2024 – 78.436 registrierte Fälle / +0,8 %
2025 – 82.920 registrierte Fälle / +5,7 %
(Die hier aufgeführten Fallzahlen basieren auf den Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) des Bundeskriminalamts (BKA) für die Jahre 2022 bis 2025.)
Wohnungseinbrüche nehmen statistisch weiter zu
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 zeigt also den Trend, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland das vierte Jahr in Folge gestiegen ist. Bundesweit registrierte die Polizei insgesamt 82.920 Fälle, einschließlich Einbruchsversuchen. Das entspricht einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und um es noch einmal zu verdeutlichen, die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 weist Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen gesondert aus. Diese Fälle sind in den Zahlen zum Wohnungseinbruchdiebstahl nicht enthalten.
Wichtig bei der Bewertung der Einbruchzahlen
Bei der Bewertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist jedoch zu beachten, dass die absoluten Fallzahlen allein nur einen begrenzten Einblick in die tatsächliche Entwicklung geben können. Denn diese erfassen lediglich die der Polizei bekannt gewordenen Fälle, berücksichtigen jedoch nicht automatisch, wie sich die Bevölkerungszahl und die Zahl der vorhandenen Wohnungen im Laufe der Jahre verändert haben. Eine wachsende Bevölkerung und eine zunehmende Zahl an Wohnungen können beispielsweise zu höheren absoluten Fallzahlen führen, während sich die Einbruchshäufigkeit im Verhältnis zur Bevölkerungszahl oder zum Wohnungsbestand gegenüber dem Vorjahr dennoch anders entwickelt hat.
Um eine derartige Entwicklung besser einordnen zu können, ist es deshalb sinnvoll, zusätzlich die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche ins Verhältnis zur Einwohnerzahl zu setzen, beispielsweise je 100.000 Einwohner. Erst durch solche Vergleichswerte lässt sich differenzierter beurteilen, ob das persönliche beziehungsweise statistische Risiko eines Wohnungseinbruchs tatsächlich gestiegen ist oder ob ein Teil des Anstiegs auf, Veränderungen der Bevölkerungszahl und des Wohnungsbestands zurückzuführen sein könnte.
Bayern sicherer als der Rest Deutschlands?
Die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruchdiebstahl unterscheidet sich deutlich zwischen Deutschland insgesamt und Bayern.
Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen im Jahr 2025, laut PKS:
Aufklärungsquote aller Bundesländer
14,1 % / bei 82.920 registrierten Fällen
Aufklärungsquote in Bayern
23,1 % / bei 3.806 registrierten Fällen
Bitte beachten Sie bei der Bewertung dieser Zahlen, dass die Aufklärungsquote nicht bedeutet, dass die Täter rechtskräftig verurteilt wurden. Sie gibt lediglich an, welcher Anteil der polizeilich registrierten Fälle nach den Kriterien der Polizeilichen Kriminalstatistik als aufgeklärt gilt. Zudem lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, wie hoch das persönliche Risiko ist, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden.
Einbrüche verursachen hohe Schäden
Neben dem Verlust persönlicher Gegenstände können Wohnungseinbrüche erhebliche finanzielle Folgen haben. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regulierten die Versicherer rund 100.000 versicherte Fälle mit einem Gesamtschaden von 380 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch erreichte dabei mit 3.850 Euro einen neuen Höchstwert.
Einbruchschutz? So schützen Sie Haus und Wohnung wirksam vor Einbrechern
Um Einbrechern das Leben schwer zu machen, empfiehlt die Polizei, Fenster und Türen konsequent zu verschließen, auch bei kurzer Abwesenheit. Zeitschaltuhren oder Beleuchtung können zudem den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Aufmerksame Nachbarn, gut gesicherte Fenster und Türen sowie zusätzliche mechanische oder elektronische Sicherungen können das Einbruchrisiko ebenfalls verringern.
Parallel bietet die Bayerische Kriminalpolizei kostenlose, produktneutrale Beratungen zum Einbruchschutz an, auf Wunsch auch direkt vor Ort im eigenen Zuhause.
Mit kleinen Gewohnheiten Einbrechern das Leben schwer machen
Wenn es draußen früher dunkel wird, steigt die Gefahr, dass Einbrecher die Dunkelheit und vermeintlich unbeobachtete Situationen ausnutzen. Doch bereits einfache Maßnahmen können helfen, das eigene Zuhause besser zu schützen. Entscheidend ist allerdings, dass diese Tipps nicht nur gelegentlich, sondern konsequent umgesetzt werden. Denn ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann ausreichen und das böse Erwachen nach einem Einbruch ist oft groß. Denn neben dem finanziellen Schaden leiden Betroffene häufig auch unter dem Verlust ihres Sicherheitsgefühls.
Diese Tipps lassen sich einfach im Alltag umsetzen
Wohnungstür immer abschließen: Ziehen Sie die Haustür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie sie richtig ab, auch wenn Sie nur kurz zum Einkaufen oder zum Briefkasten gehen.
Alle Fenster vollständig schließen: Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher kein echtes Hindernis. Schließen Sie deshalb sämtliche Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren, bevor Sie das Haus oder die Wohnung verlassen, auch bei kurzer Abwesenheit.
Abwesenheit nicht öffentlich machen: Veröffentlichen Sie Arbeitszeiten, Urlaubspläne oder andere Informationen, aus denen hervorgeht, wann niemand zu Hause ist, nicht leichtfertig in sozialen Netzwerken. Auch Urlaubsfotos sollten besser erst nach der Rückkehr online gestellt werden.
Schlüssel sicher aufbewahren: Verstecken Sie Ersatzschlüssel nicht unter der Fußmatte, im Blumentopf oder an anderen vermeintlich sicheren Orten im Außenbereich. Solche Verstecke sind Einbrechern häufig bekannt.
Mechanische Sicherungen nutzen: Zusätzliche Schlösser, abschließbare Fenstergriffe und geprüfte einbruchhemmende Sicherungen können den Zugang deutlich erschweren. Lassen Sie sich am besten fachkundig beraten, welche Maßnahmen für Ihre Fenster und Türen sinnvoll sind.
Bei längerer Abwesenheit Anwesenheit vortäuschen: Bitten Sie Nachbarn oder Bekannte, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Zeitschaltuhren für Lampen können zusätzlich den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Rollläden sollten tagsüber nicht dauerhaft geschlossen bleiben, wenn dies untypisch für den Haushalt ist. Aufmerksam in der Nachbarschaft sein: Achten Sie auf ungewöhnliche Beobachtungen im Hausflur, im Wohngebiet oder auf Nachbargrundstücken. Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen der Polizei, statt selbst ein Risiko einzugehen.
Schutz, was kann Einbrecher abhalten?
Mechanischer Einbruchschutz: Täter stehen unter enormem Zeitdruck. Schaffen sie es durch aufgerüstete Sicherheitstechnik (z. B. einbruchhemmende Fenster, Türen oder Pilzkopfverriegelungen) nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten ins Gebäude zu gelangen, brechen sie den Versuch in der Regel ab, um das Entdeckungsrisiko zu minimieren.
Störung oder Entdeckung: Einbrecher werden durch aufmerksame Nachbarn, Passanten, Haustiere oder das plötzliche Heimkehren der Bewohner überrascht. Auch smarte Sicherheitstechnik wie Bewegungsmelder oder Alarmanlagen führt häufig zum sofortigen Abbruch.
Wirksamer Einbruchschutz ist wichtig
Die Polizei empfiehlt deshalb, insbesondere (jedoch nicht ausschließlich) in der dunklen Jahreszeit aufmerksam zu sein und das eigene Zuhause durch geeignete Maßnahmen vor Einbrüchen zu schützen. Denn auch unabhängig von der Jahreszeit lässt sich das Risiko eines Einbruchs durch umsichtiges Verhalten und eine angemessene Sicherung von Haus und Wohnung verringern.
Wichtig! Konsequenz schützt!
Einbruchschutz beginnt nicht erst mit einer Alarmanlage oder teuren technischen Maßnahmen, sondern mit den täglichen Gewohnheiten. Wer die Tür nur zuzieht, ein Fenster gekippt lässt oder seine Abwesenheit öffentlich ankündigt, kann Einbrechern unnötig in die Hände spielen. Deshalb gilt, lieber vor jedem Verlassen der Wohnung kurz kontrollieren, ob alles verschlossen ist, als hinterher vor vollendeten Tatsachen zu stehen. Wer sein Zuhause zusätzlich absichern möchte, sollte auch die kostenlose und produktneutrale Einbruchschutzberatung der Kriminalpolizei nutzen. So lässt sich klären, welche Sicherungsmaßnahmen für die eigene Wohnsituation wirklich sinnvoll sind.
Weitere Infos zum Thema
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Weitere Informationen: Einbruchschutz wirkt
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Die PKS für die Bundesrepublik Deutschland wird vom BKA auf der Grundlage der von den 16 Landeskriminalämtern gelieferten Landesdaten erstellt.
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„Einbrüche in Deutschland: Zahlen, Fakten und mögliche Schutzmaßnahmen“
Frank Barthel: „Rechtliche Unterstützung nach einem Einbruch?“
Ein Einbruch wirft oft viele Fragen auf. Wenn es um Schadensersatz, Streit mit der Versicherung oder die Durchsetzung berechtigter Ansprüche geht, kann ein Rechtsanwalt helfen, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und die nächsten Schritte einzuleiten. Lassen Sie sich beraten, welche Unterstützung in Ihrem konkreten Fall sinnvoll ist.
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Einbrüche finden doch nur nachts statt! Ein weit verbreiteter Irrtum. Denn diese Annahme stimmt nicht mit den bundesweiten Zahlen zu Wohnungseinbrüchen und entsprechend einhergehender Einbruchsversuche überein. Zwar kann Dunkelheit durchaus für Einbrecher einen entscheidenden Vorteil bieten, nämlich dass man sich leichter unbemerkt bewegen kann um unauffällig in Häuser und Wohnungen einzudringen. Doch, dass Einbrecher nur nachts zuschlagen ist keineswegs immer die Regel. Denn die jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) belegt, dass Wohnungseinbrüche keineswegs nur nachts stattfinden. Rund ein Drittel der registrierten Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche entfällt laut dieser Statistik auf die Tagesstunden.
Ein möglicher Grund hierfür wird darin liegen, dass während der üblichen Arbeits- und Schulzeiten viele Menschen schlichtweg nicht zu Hause sind. So nutzen Täter dann diese Abwesenheit aus, um ungestört in Wohnungen und Häuser einzudringen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Angabe, wonach nahezu ein Drittel der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche tagsüber stattfindet, ausschließlich auf die polizeilich erfassten Fälle bezieht. Die tatsächliche Zahl dürfte daher höher liegen, da nicht jeder Einbruch in die Statistik einfließt und insbesondere nicht jeder gescheiterte Einbruchsversuch der Polizei gemeldet wird. Ein Teil der Vorfälle bleibt somit unberücksichtigt.
Was kann man tun, um Einbrüchen vorzubeugen?
Ein wichtiger Schritt ist, mit persönlichen Informationen in sozialen Medien sehr bewusst umzugehen. Es empfiehlt sich, den eigenen Aufenthaltsort und längere Abwesenheiten nicht öffentlich für jedermann sichtbar zu machen. Wer beispielsweise Urlaubsbilder bereits während der Reise veröffentlicht oder seinen aktuellen Aufenthaltsort regelmäßig teilt, gibt unter Umständen auch Hinweise darauf, dass das eigene Zuhause gerade unbewohnt ist. Und, dass Einbrecher soziale Netzwerke nutzen, um solche Informationen zu sammeln, ist kein bloßes Gerücht. Ihre öffentlich zugänglichen Beiträge können Hinweise auf Urlaubsreisen, regelmäßige Abwesenheiten oder andere Gegebenheiten liefern, die für Täter interessant sein könnten. Deshalb ist es sinnvoll, die Privatsphäre-Einstellungen der eigenen Profile zu überprüfen und beispielsweise Urlaubsfotos möglichst erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen.
Wer sein Zuhause wirksam schützen möchte, sollte sich auch nicht allein auf die Sicherung in den Abend- und Nachtstunden konzentrieren. Ein wirksamer Einbruchschutz ist zu jeder Tageszeit wichtig und beginnt bereits mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen im Alltag.
Einbruchsversuche scheitern häufig
Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) lautet, dass nicht jeder Einbruchsversuch tatsächlich zu einem vollendeten Wohnungseinbruch führt. Im Jahr 2025 blieb ein erheblicher Anteil der polizeilich registrierten Fälle im Versuchsstadium. Demnach scheiterte nahezu jeder zweite registrierte Wohnungseinbruch, bevor Täter ihr Vorhaben vollenden konnten. Einbruchhemmende Sicherheitstechnik und aufmerksame Nachbarn können dazu beitragen, Einbrüche zu verhindern. Allerdings lässt sich aus der Statistik allein nicht ableiten, aus welchen Gründen die einzelnen Taten scheiterten. Auch gestörte Täter, die ein erhöhtes Entdeckungsrisiko wahrnehmen, können ihren Versuch abbrechen. Dabei ist zu beachten, dass sich die genannten Zahlen ausschließlich auf die polizeilich erfassten Fälle beziehen. Nicht jeder Einbruch und nicht jeder gescheiterte Versuch wird der Polizei bekannt oder fließt auch in die Statistik ein. Die PKS bildet daher das registrierte Kriminalitätsgeschehen ab, nicht zwangsläufig das tatsächliche Ausmaß aller Einbruchsversuche.
Ein wirksamer Einbruchschutz setzt hierbei an mehreren Stellen an
Ein wirksamer Einbruchschutz soll den Zugang zu Haus und Wohnung erschweren, den Zeitaufwand für einen Einbruch erhöhen und das Risiko für Täter steigern, entdeckt zu werden. Je schwieriger und zeitaufwendiger das Eindringen ist, desto eher können Täter ihren Einbruchsversuch abbrechen. Entscheidend ist deshalb, Haus und Wohnung zu jeder Tages- und Nachtzeit angemessen zu sichern.
Die bundesweiten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zum Wohnungseinbruchdiebstahl zeigen in den vergangenen Jahren einen deutlichen Trend. Die erfassten Fallzahlen umfassen sowohl vollendete Wohnungseinbrüche als auch Einbruchsversuche. Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen werden gesondert erfasst und sind in den nachfolgenden Zahlen nicht enthalten.
Erfasste Wohnungseinbrüche in Deutschland, Zahlen 2022 bis 2025
Bitte beachten Sie, dass sich die genannten Zahlen ausschließlich auf Wohnungseinbrüche und deren Versuche beziehen. Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen sowie aus Waschküchen werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik gesondert erfasst und sind in diesen Angaben nicht enthalten.
Jahr – Anzahl registrierter Fälle / Veränderung zum Vorjahr
2022 – 65.908 registrierte Fälle / (Vorjahr: coronabedingt niedrige Zahlen)
2023 – 77.819 registrierte Fälle / +18,1 %
2024 – 78.436 registrierte Fälle / +0,8 %
2025 – 82.920 registrierte Fälle / +5,7 %
(Die hier aufgeführten Fallzahlen basieren auf den Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) des Bundeskriminalamts (BKA) für die Jahre 2022 bis 2025.)
Wohnungseinbrüche nehmen statistisch weiter zu
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 zeigt also den Trend, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland das vierte Jahr in Folge gestiegen ist. Bundesweit registrierte die Polizei insgesamt 82.920 Fälle, einschließlich Einbruchsversuchen. Das entspricht einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und um es noch einmal zu verdeutlichen, die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 weist Diebstähle aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen gesondert aus. Diese Fälle sind in den Zahlen zum Wohnungseinbruchdiebstahl nicht enthalten.
Wichtig bei der Bewertung der Einbruchzahlen
Bei der Bewertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist jedoch zu beachten, dass die absoluten Fallzahlen allein nur einen begrenzten Einblick in die tatsächliche Entwicklung geben können. Denn diese erfassen lediglich die der Polizei bekannt gewordenen Fälle, berücksichtigen jedoch nicht automatisch, wie sich die Bevölkerungszahl und die Zahl der vorhandenen Wohnungen im Laufe der Jahre verändert haben. Eine wachsende Bevölkerung und eine zunehmende Zahl an Wohnungen können beispielsweise zu höheren absoluten Fallzahlen führen, während sich die Einbruchshäufigkeit im Verhältnis zur Bevölkerungszahl oder zum Wohnungsbestand gegenüber dem Vorjahr dennoch anders entwickelt hat.
Um eine derartige Entwicklung besser einordnen zu können, ist es deshalb sinnvoll, zusätzlich die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche ins Verhältnis zur Einwohnerzahl zu setzen, beispielsweise je 100.000 Einwohner. Erst durch solche Vergleichswerte lässt sich differenzierter beurteilen, ob das persönliche beziehungsweise statistische Risiko eines Wohnungseinbruchs tatsächlich gestiegen ist oder ob ein Teil des Anstiegs auf, Veränderungen der Bevölkerungszahl und des Wohnungsbestands zurückzuführen sein könnte.
Bayern sicherer als der Rest Deutschlands?
Die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruchdiebstahl unterscheidet sich deutlich zwischen Deutschland insgesamt und Bayern.
Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen im Jahr 2025, laut PKS:
Aufklärungsquote aller Bundesländer
14,1 % / bei 82.920 registrierten Fällen
Aufklärungsquote in Bayern
23,1 % / bei 3.806 registrierten Fällen
Bitte beachten Sie bei der Bewertung dieser Zahlen, dass die Aufklärungsquote nicht bedeutet, dass die Täter rechtskräftig verurteilt wurden. Sie gibt lediglich an, welcher Anteil der polizeilich registrierten Fälle nach den Kriterien der Polizeilichen Kriminalstatistik als aufgeklärt gilt. Zudem lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, wie hoch das persönliche Risiko ist, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden.
Einbrüche verursachen hohe Schäden
Neben dem Verlust persönlicher Gegenstände können Wohnungseinbrüche erhebliche finanzielle Folgen haben. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regulierten die Versicherer rund 100.000 versicherte Fälle mit einem Gesamtschaden von 380 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch erreichte dabei mit 3.850 Euro einen neuen Höchstwert.
Einbruchschutz? So schützen Sie Haus und Wohnung wirksam vor Einbrechern
Um Einbrechern das Leben schwer zu machen, empfiehlt die Polizei, Fenster und Türen konsequent zu verschließen, auch bei kurzer Abwesenheit. Zeitschaltuhren oder Beleuchtung können zudem den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Aufmerksame Nachbarn, gut gesicherte Fenster und Türen sowie zusätzliche mechanische oder elektronische Sicherungen können das Einbruchrisiko ebenfalls verringern.
Parallel bietet die Bayerische Kriminalpolizei kostenlose, produktneutrale Beratungen zum Einbruchschutz an, auf Wunsch auch direkt vor Ort im eigenen Zuhause.
Mit kleinen Gewohnheiten Einbrechern das Leben schwer machen
Wenn es draußen früher dunkel wird, steigt die Gefahr, dass Einbrecher die Dunkelheit und vermeintlich unbeobachtete Situationen ausnutzen. Doch bereits einfache Maßnahmen können helfen, das eigene Zuhause besser zu schützen. Entscheidend ist allerdings, dass diese Tipps nicht nur gelegentlich, sondern konsequent umgesetzt werden. Denn ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann ausreichen und das böse Erwachen nach einem Einbruch ist oft groß. Denn neben dem finanziellen Schaden leiden Betroffene häufig auch unter dem Verlust ihres Sicherheitsgefühls.
Diese Tipps lassen sich einfach im Alltag umsetzen
Wohnungstür immer abschließen: Ziehen Sie die Haustür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie sie richtig ab, auch wenn Sie nur kurz zum Einkaufen oder zum Briefkasten gehen.
Alle Fenster vollständig schließen: Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher kein echtes Hindernis. Schließen Sie deshalb sämtliche Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren, bevor Sie das Haus oder die Wohnung verlassen, auch bei kurzer Abwesenheit.
Abwesenheit nicht öffentlich machen: Veröffentlichen Sie Arbeitszeiten, Urlaubspläne oder andere Informationen, aus denen hervorgeht, wann niemand zu Hause ist, nicht leichtfertig in sozialen Netzwerken. Auch Urlaubsfotos sollten besser erst nach der Rückkehr online gestellt werden.
Schlüssel sicher aufbewahren: Verstecken Sie Ersatzschlüssel nicht unter der Fußmatte, im Blumentopf oder an anderen vermeintlich sicheren Orten im Außenbereich. Solche Verstecke sind Einbrechern häufig bekannt.
Mechanische Sicherungen nutzen: Zusätzliche Schlösser, abschließbare Fenstergriffe und geprüfte einbruchhemmende Sicherungen können den Zugang deutlich erschweren. Lassen Sie sich am besten fachkundig beraten, welche Maßnahmen für Ihre Fenster und Türen sinnvoll sind.
Bei längerer Abwesenheit Anwesenheit vortäuschen: Bitten Sie Nachbarn oder Bekannte, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Zeitschaltuhren für Lampen können zusätzlich den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Rollläden sollten tagsüber nicht dauerhaft geschlossen bleiben, wenn dies untypisch für den Haushalt ist. Aufmerksam in der Nachbarschaft sein: Achten Sie auf ungewöhnliche Beobachtungen im Hausflur, im Wohngebiet oder auf Nachbargrundstücken. Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen der Polizei, statt selbst ein Risiko einzugehen.
Schutz, was kann Einbrecher abhalten?
Mechanischer Einbruchschutz: Täter stehen unter enormem Zeitdruck. Schaffen sie es durch aufgerüstete Sicherheitstechnik (z. B. einbruchhemmende Fenster, Türen oder Pilzkopfverriegelungen) nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten ins Gebäude zu gelangen, brechen sie den Versuch in der Regel ab, um das Entdeckungsrisiko zu minimieren.
Störung oder Entdeckung: Einbrecher werden durch aufmerksame Nachbarn, Passanten, Haustiere oder das plötzliche Heimkehren der Bewohner überrascht. Auch smarte Sicherheitstechnik wie Bewegungsmelder oder Alarmanlagen führt häufig zum sofortigen Abbruch.
Wirksamer Einbruchschutz ist wichtig
Die Polizei empfiehlt deshalb, insbesondere (jedoch nicht ausschließlich) in der dunklen Jahreszeit aufmerksam zu sein und das eigene Zuhause durch geeignete Maßnahmen vor Einbrüchen zu schützen. Denn auch unabhängig von der Jahreszeit lässt sich das Risiko eines Einbruchs durch umsichtiges Verhalten und eine angemessene Sicherung von Haus und Wohnung verringern.
Wichtig! Konsequenz schützt!
Einbruchschutz beginnt nicht erst mit einer Alarmanlage oder teuren technischen Maßnahmen, sondern mit den täglichen Gewohnheiten. Wer die Tür nur zuzieht, ein Fenster gekippt lässt oder seine Abwesenheit öffentlich ankündigt, kann Einbrechern unnötig in die Hände spielen. Deshalb gilt, lieber vor jedem Verlassen der Wohnung kurz kontrollieren, ob alles verschlossen ist, als hinterher vor vollendeten Tatsachen zu stehen. Wer sein Zuhause zusätzlich absichern möchte, sollte auch die kostenlose und produktneutrale Einbruchschutzberatung der Kriminalpolizei nutzen. So lässt sich klären, welche Sicherungsmaßnahmen für die eigene Wohnsituation wirklich sinnvoll sind.
Weitere Infos zum Thema
Einbruchschutz (Polizei Bayern)
Weitere Informationen: Einbruchschutz wirkt
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Frank Barthel, Fachanwalt für Strafrecht, Kitzingen
Rechtsgebiete: Strafverteidigungen | Mietrecht | Arbeitsrecht | Allgemeines Zivilrecht
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Frank Barthel: „Rechtliche Unterstützung nach einem Einbruch?“
Ein Einbruch wirft oft viele Fragen auf. Wenn es um Schadensersatz, Streit mit der Versicherung oder die Durchsetzung berechtigter Ansprüche geht, kann ein Rechtsanwalt helfen, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und die nächsten Schritte einzuleiten. Lassen Sie sich beraten, welche Unterstützung in Ihrem konkreten Fall sinnvoll ist.

